Roadtrip, Mosambik 2015.

Durch einen Zufall bin ich auf das Thema Vertragsarbeiter in der DDR gestoßen. Ähnlich wie die Gastarbeiter im Westen, waren die Vertragsarbeiter seit Ende der 70er Jahre als Arbeitskräfte im Osten willkommen.

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23.02.1979. Als Präsident der FRELIMO führte Samora Machel des Land 1975 in die Unabhängigkeit von Portugal. Er starb 1986 bei einem Flugzeugabsturz, dessen Ursache nie aufgeklärt wurde.

Auch Mosambiks Jugend wurde zum Arbeitseinsatz in die DDR geschickt

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Quelle: privat

So kam Ende der 70er Jahre ein wenig Exotik in den ansonsten gut abgeschirmten ostdeutschen Alltag. Junge Menschen aus Mosambik, Angola, Kuba, Polen oder Vietnam sollten in der DDR ausgebildet werden und als preiswerte Arbeitskräfte der maroden Planwirtschaft auf die Beine helfen.

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Tribüne, 18.03.83.

Nach vier Jahren sollten sie zurückkehren und helfen, ihre Länder aufzubauen. Sozialistische Bruderhilfe hieß das im DDR-Beamtendeutsch. Diese Form der Entwicklungshilfe wurde von der Bundesrepublik nach 1989 nicht fortgesetzt. Stattdessen standen die ehemaligen Hoffnungsträger vor dem Nichts.

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Tribüne 1983.

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Neues Deutschland 28.11.84.

Wer bleiben konnte blieb, wer Angst hatte, vor dem was kommt, ging. Von den circa 22.000 mosambikanischen Vertragsarbeitern leben noch rund 5000 in Deutschland.

 

 

Was ist aus denen geworden, die zurückgegangen sind?

Über die Madjermanes, wie sie genannt werden, wurde schon viel geschrieben. Für mich waren sie der Anlass, mich näher mit dem Land zu beschäftigen, das einen der blutigsten Bürgerkriege Afrikas durchlebt hat und zur Zeit an einem Scheideweg steht. Wirtschaftsboom und Exportkapitalismus auf der einen Seite, Hunger und Elend nach wie vor auf der anderen. Trotz eines jährlichen Wachstums von über 7% Prozent, zählt das Land zu einem der ärmsten der Welt.