Salvador Tivane, Mosambik 2015.

Dez. 11 2015DSC00589

Mit seinen drei Töchtern lebt Salvador Tivane in einem kleinen Haus im Bairro Ulele, am Stadtrand von Maputo. Wir treffen ihn dort an der Hauptstraße, der Primera Rua, alleine hätten wir sein Haus nie gefunden.

Die Straßen in dieser Ecke Maputos haben keine Namen. Von der Primera Rua führt ein Labyrinth von Sandwegen in die umliegenden Nachbarschaften. Ein Auto ohne Vierradantrieb bleibt hier leicht stecken, doch diesen Luxus können sich ohnehin nur die Wenigsten leisten.

Das Leben hier ist einfach. Viele Häuser sind gerade mal notdürftig fertiggestellt, so dass die Familien drinnen wohnen können. Hier gibt es andere Probleme als eine verputzte Wand, nicht selten fällt mehrmals am Tag der Strom aus. Auch daran haben sich die Menschen hier gewöhnt, Unzulänglichkeiten gehören zum Leben hier dazu. Mit mosambikanischer Gelassenheit erträgt man das, was man ohnehin nicht ändern kann. Auch laute Musik scheint hier niemanden zu stören, auf dem Grundstück nebenan knarzt eine riesige Box vor sich hin. Nur durch lichte Hecken sind die Häuser voneinander getrennt, zwischen ihnen flitzen die Hühner hin und her.

Seit 1989 ist Salvador wieder in seiner Heimat. Zuvor hat er ein anderes Leben kennengelernt, an das er noch heute mit Wehmut zurück denkt.

Als junger Mann kam er 1981, mit 22 Jahren in die DDR. Er war einer von 22.000 Vertragsarbeitern, deren Verträge mit der Wiedervereinigung null und nichtig waren. Die Chancen auf ein gutes Leben im wiedervereinten Deutschland standen schlecht. Die hohe Arbeitslosigkeit und der aufkeimende Rechtsradikalismus zwang viele zurück in ihre Heimat zu gehen.

Auch Salvador ging zurück und brach alle Brücken hinter sich ab. Doch er nahm nicht nur ein Stück Deutschland in sich mit, er ließ auch etwas von sich zurück. Seinen einzigen Sohn traf er zum ersten Mal Anfang 2014. Rund 4000 deutsch-mosambikanische Kinder soll es in Deutschland geben, viele von ihnen haben ihren Vater noch nie gesehen. Salvador Tivane erinnert sich an das erste Wiedersehen mit seinem Sohn.

Inzwischen haben die beiden regelmäßig Kontakt. Seinen Sohn kennenzulernen, war für ihn ein besonderes Geschenk.