Tofo

admin

Dez. 14 2015DSC00633

Schwitzend und schaukelnd sitzen wir im Bus, 8 Stunden können verdammt lang sein. Es ist so eng, dass selbst eine Banane aufrecht stehen könnte. Am liebsten würde ich aussteigen, doch das ist erst der Anfang. Bei rund 3000 Km von Norden nach Süden, ist die Strecke zwischen Tofo und Maputo, eher kurz. Auch unser Bus ist Luxus im Vergleich zu den Chapas, den japanischen Kleinbussen, die nur für 12 Personen zugelassen sind, in denen aber, mit ein bisschen nachhelfen, doppelt so viele mitfahren.

Verschlafen stehen wir am Morgen am Busbahnhof. Es ist zwar erst 4.30 Uhr, doch noch vor Sonnenaufgang sind die Menschen auf den Beinen.  Auf der Schwelle zwischen Nacht und Tag sind die Temperaturen noch erträglich. Sobald die Sonne am Himmel steht, fließt der Schweiß. Um uns herum umschwärmen Verkäufer potentielle Kunden wie Motten das Licht, Reisende warten stoisch, Busse fahren ab – der Bahnhof ist ein Mikrokosmos für sich. Bevorzugt sind die Menschen am frühen Morgen unterwegs, im Dunkeln hingegen möchte keiner mehr auf der Straße sein, zu hoch die Gefahr, in einen Unfall verwickelt zu werden.

Im Bus sind zwar alle Plätze bereits belegt, doch wir warten, warten und warten. Erst als der letzte Quadratzentimeter sinnvoll genutzt ist, geht´s los. In Mosambik ist alles kostbar. Busse sind Fortbewegungsmittel, Transport und Post in einem, gestapelt wird so lange, bis sich nichts und niemand mehr bewegt.

Die Straßen im Süden sind noch gepflastert, wir kommen gut voran. Endlich, raus aus der Stadt!

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Der kleine Ort am Indischen Ozean liegt in der Provinz Inhambane. Ein paar Straßen, ein paar Cafés, ein kleiner Markt. Tofo ist übersichtlich, nicht zu groß, nicht zu klein – just perfect. Auf dem Markt gibt es alles, was wir brauchen: frischen Fisch, Obst, Brot und  morgens Matapa, ein Reiseintopf mit einer spinatähnlichen Soße aus Cashew, Kokosnuss und den Blättern der Maniokpflanze. Bei Mama Matapa gibt´s den Teller schon für 50 Meticais, einen Euro, eine Pizza kostet hingegen vor Ort das Vierfache.

Mosambik kann unglaublich günstig aber auch unendlich teuer sein und so finden sich in Tofo sowohl Rucksacktouristen, als auch die, denen das Geld ein bisschen lockerer sitzt, viele Südafrikaner und an den Wochenenden die Mosambikaner, die es sich leisten können. Inhambane ist im Vergleich zu anderen Landesteilen durch den Tourismus bereits gut erschlossen. Strände, Meer und die Artenvielfalt unter Wasser ziehen Reisende aus der ganzen Welt an.

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Bernard Thirell

Die Fotos hat Bernard Thirell geschossen. Der Zahntechniker aus Belgien taucht und fotografiert mit der Leidenschaft eines Jacques Cousteau. Stundenlang kann er sich damit beschäftigen, winzige Schwebeteilchen aus seinen Bildern wegzuretuschieren. Das Ergebnis ist beeindruckend und irgendwie müssen sich Backpacker ja auch beschäftigen, nur Sonne und Strand hält ja auf die Dauer keiner aus:)

Meer vor Tofo

Bernard Thirell

Eingecheckt haben wir im Wuyani Pariango, übersetzt heißt das „Welcome my friend“. Und mit „my friend“ stürzen die Kids am Strand auf uns los, in den Händen Plastikbeutel mit Cashewnüssen und selbstgeflochtene Armbänder – Widerstand zwecklos. Ist aber auch nicht wirklich notwendig, denn die Nüsse sind der Hammer und die  Armbänder das ideale Geschenk, nicht zu teuer, nicht zu schwer.

Großes Highlight vor der Küste sind die Whale Sharks, die im lauwarmen Wasser ihre Bahnen ziehen und sich von schnorchelnden Touristen nicht stören lassen. Zwei Mal haben wir auch eine sogenannte Whalesafari gemacht, aber nichts gesehen, ein bisschen Glück gehört halt dazu.

Wer mit dem Tourismus Geld verdient wartet zur Zeit auf die Hauptsaison und die weißen Südafrikaner, die mit ihren weißen Pickups in Tofo einfallen, dann ist hier richtig Action.

Nachdem es die letzten Tage so heiß war, dass man sich auf dem Sand die Füße verbrannt hat, kam heute Nacht die große Husche.

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