Julio Fazal Lakha

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Für Julio habe ich einen Brief aus Deutschland mitgebracht. Als wir zum ersten Mal telefonieren bin ich beeindruckt, wie gut er Deutsch spricht, doch er hat fast 20 Jahre in Deutschland gelebt. Wie viele Mosambikaner, die ich bisher kennengelernt habe, lebt er in sehr einfachen Verhältnissen.

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Sein ganzer Stolz ist das Grundstück, das er mit dem Geld aus Deutschland kaufen konnte. Hier wohnt er mit seiner Frau und seinen zwei Kindern.

In seinem Kopf hat er tausend Ideen, was er hier alles machen könnte, wenn er nur Geld hätte. Bis zu 60% seines Lohnes wurde von der DDR einbehalten und mit Mosambiks Auslandsschulden verrechnet. Das Geld sollten die Vertragsarbeiter nach ihrer Rückkehr vom mosambikanischen Staat ausbezahlt bekommen, doch sie gingen leer aus. Bis heute kämpfen die Madgermanes, die deutschen Mosambikaner, um ihr Geld. Die Hoffnungsträger von einst gehören heute zu den Marginalisierten, niemand hat sich für sie und ihre Fähigkeiten nach ihrer Rückkehr interessiert.

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Belo Horizonte – schöner Horizont – heißt das Viertel in dem er lebt. Doch die Armut um in herum ist erdrückend. Wie viele ehemalige Vertragsarbeiter lebt er am Rand der Gesellschaft. 6000 Meticais, rund 130€ verdient er als Fahrer für ein Bauunternehmen im Monat.

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Von 1981 bis 1999 hat der heute Vierundfünfzigjährige in Deutschland gelebt. Von den vielen Erinnerungen zehrt er bis heute.

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Beitrag für MDR-INFO

Die zwei Fotoalben sind sein Schatz und erinnern ihn an die Zeit in Deutschland

Gerne trifft sich Julio auch mit ehemaligen Kollegen aus Deutschland, die Sprache nicht zu verlieren, ist ihm sehr wichtig. Einen Nachmittag haben wir zusammengesessen, uns unterhalten und zusammen gegessen.

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